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Streckenplan?
Diffus. Unterwegs abbiegen!
Kontakt nach Hause?
Briefe, Karten, Gedanken,
postlagernd.
Mobiltelefon?
Träume weiter!
Anruf Mama?
Einmal im Jahr, Telefonzelle.
Internet?
Noch nicht erfunden.
आँखों की आग
Augenfeuer
Gibt es eine Göttin, einen Gott der Zeit, Tempa, Tempusan? Dann müsste es sich um eine flirrende Erscheinung mit zwiespältigem Wesen handeln. Morgen mag es in Eile sein und vor sich selbst davonrennen, heute nagt Zukunftsangst. Schon verharrt es auf der Stelle und bremst alle Zeiger. Wenn sich Muße und Augenblick finden, sollte ich mich der Absonderlichkeit von Zeit widmen. Dann wäre noch zu klären, in welcher Arbeitsgruppe Tempu den Rest zusammengerührt hat.
Zurück ins Gedränge des Saales. Mein Kopf dröhnt. Um an Zeit zu denken, ist momentan der falsche Zeitpunkt. Ich muss das verschieben. Das ist wahrlich nicht mein Tag. Wie blende ich aus, dass die Welt nervt? Mein Zustand setzt sich zusammen aus Hitze, klebenden Klamotten, streikendem Körper, Hilflosigkeit und ja, traniger Zeit. Und aus Augen! Sollte ich versuchen, die zu suchen, die mich nicht anstarren? Sinnfrei, was bringen zwei Minuten Sucherei? Nichts. Schließlich muss ich noch Wochen in diesem Wartesaal verbringen. Eine Eingebung drängt zum Notfallpräparat. Ich zücke den Bleistift. Stakkato in die Schwarte, egal, ob ich es später entziffern kann. Egal? Ha, von wegen! Dann sehe ich auch die leeren Stellen. An die Lücken im Reisetagebuch mag ich gar nicht denken. Die Sache mit den Lücken macht mich fertig. Wie viele Seiten in meinem Leben soll ich noch freilassen, für dies und das reserviert? Die Kladde wölbt sich vorwurfsvoll. Die Spickzettel im Extrafach mahnen. Das Gummiband ist bedrohlich gespannt. Jeden Moment wird es reißen und der Deckel umschlagen. Da werden sie erst recht Augen machen. Noch liegt das Buch auf meinen Knien, im nächsten Moment klappt es auf, mein Pop-up-Buch aus Notizen.
aus Kapitel »Augenfeuer«

»Die gefährlichste
aller Weltanschauungen
ist die Weltanschauung derer,
die die Welt nie angeschaut haben.«
Alexander von Humboldt (1769-1859)

Nach der Ernte, Dorfszene
Vashisht, Himachal Pradesh
उठिए—चलिए आगे बढ़ते हैं!
Hopp - und los!
Ein erster Tag ist meist verwirrend, ob Schule, Arbeit oder Ehe, wahrscheinlich auch im Jenseits. Zugleich bleibt jeder Start ins Ungewisse stets eindrucksvoll. Sind wir tatsächlich heute angekommen, erst drei Stunden im Land? Der Puls der Megastadt rast, hat den eigenen übergangslos angesteckt. Im Gewimmel des Flughafens tauschten wir Traveller-Checks, Dollar gegen Rupien. Wir starrten für einen Moment ungläubig auf die zu ansehnlichen Packen getackerten Fünfer-, Zehner-, Zwanziger- und Fünfziger-Sammlung in der Ausgabe, dann verstauten die speckigen Bündel hektisch in den Bauchtaschen. Filmszenen spulten sich ab. Das Ganze erinnerte stark an einen Banküberfall. Noch einmal tief Luft geholt und ab durch die Tür. Uns schlug eine Welle entgegen, die mich an den heimischen Backofen denken ließ, dann, wenn ich die Klappe zu schnell öffne, um nach den Brötchen zu sehen. Noch dazu war gleißendes Licht im Herd.
aus Kapitel »Doch von Anfang an ...
Hopp - und los!«

अच्छे को बुरे से अलग करना।
Spreu von Weizen trennen
Aus dem angestochenen Stein qualmt es. In der Luft flirren winzige Pflanzenteile, es riecht nach Stroh und Getreide. Das Mädchen, auf dem Podest des Bauernhauses gegenüber, ausgewaschener Sari, Kopftuch, Fußschlappen, hält eine flache Schale vor einem Standventilator in die Höhe. Das Korn bleibt liegen, die Spreu fliegt davon. Die Technik ist einfach wie genial. Zwei Tuk-Tuks knattern auf, überqualmen sich. Weißer Rauch gibt der Spreu neuen Auftrieb. Der frittierte Brei ist lecker, wobei die feste Decke die Temperatur konserviert. Den Geschmack von Kartoffeln hatte ich bereits vermisst. Obwohl ich hungrig bin, muss ich mich nicht zwingen, langsam zu essen. Bei allzu großer Eile würde ich mir die Geschmacksnerven ausglühen. Das Curry mahnt zu Gelassenheit. Die übertrieben wirkende Schärfe von indischem Essen hat den Nebeneffekt, mit Bedacht zu essen. Als Hauptzweck vermute ich das Abtöten sämtlicher Organismen, die nichts im Gedärm zu suchen haben. So lass ich, gewohnt, mir Nahrung allzu schnell einzuverleiben, den Brei auf der Gabel abdampfen und schaue nebenbei in die Welt hinaus.
aus dem Kapitel »Spreu von Weizen Trennen«
एक परेशान करने वाली यात्रा
Ein verstörender Ausflug
Das Fest findet auf einem von Zedern umsäumten Platz statt, auf dem vereinzelt Gebäude stehen. Überall kokeln Feuer, Rauch steigt auf. Wir wundern uns über gewaltige eiserne Pfannen und übergroße Tröge. Dann sehen wir zwei Widder, die an den Hörnern zusammengebunden sind. Uns näher umschauend bemerken wir humpelnde Ziegen, Schafe mit lichtem Fell und kahle Hühner. Auffallend viele Tiere sind dürr oder krank. Erst jetzt stechen uns auch die riesigen Messer und Schwerter buchstäblich ins Auge. Der Puls steigt enorm. Plötzlich fühlen wir uns fehl am Platz. Wir fotografieren nicht mehr. Für den Moment der Erkenntnis sind wir überfordert und drehen ein paar Runden auf der Stelle. Das Fest ist ein Opferfest!

Rituelles Fest, Kullu-Tal nahe Manali

जलकर राख हो गया
Zu Staub gebrannt
Die Stadt läuft über. Mal lichtet es sich, dann strömen einem unzählige Menschen entgegen. Werden vor uns taktweise Züge entladen? Wir drängen an Ständen mit Second-Mund-Gebissen vorbei. Wer noch Zahnschmerzen kennt, für den stehen auf dem Fußweg urige Stühle bereit. Vierzehnjährige bieten preiswerte Behandlung mittels fußpedalbetriebenem Bohrer an. Da kommen blöde Gedanken ungefragt. Bild + Hitze + klappriger Zustand mixen spontan: Imnu sitze ich auf dem rostigen Gestell. Eine Traube Schaulustiger umringt mich und meinen Arztburschen. Endlich Schatten. Der Bohrer rattert im Hals, während sich die Zuschauer mit Ratschlägen überbieten. Mein Fuß macht sich selbstständig, passt sich dem vom Doc an. Bald wippen wir synchron, die Schlagzahl erhöht sich. Wir sind im Takt mit dem neuesten Reißer der Hindustan-Pop-Charts. Wir sollten eine Band aufmachen. Ich würge die Vorstellung ab. Im Hintergrund pfeift der Bohrer wie ein hochfahrendes Triebwerk. Schnell geschüttelt, diesmal den ganzen Körper, und das Bild samt Soundtrack weggewedelt. Nun habe ich wohl endgültig einen Tick verfestigt. Ich kann nichts mehr dagegen tun. Manchmal wird es mir auffallen, wenn ich versuche, bestimmte Bilder ins Off zu schütteln, dann wiederum nicht. Letzteres lässt sich zum Glück nicht zählen, dafür müsste mir ein Counter am Ohr kleben. Der Gedanke demnächst auf so einem Gestell sitzen zu müssen, wird übergangslos von der Vorstellung abgelöst, monatelang mit unsäglichen Zahnschmerzen durch die Botanik zu wanken. Schnelle Kopfbewegung. Hoffentlich halten die Beißerchen die Reise durch. Bitte, oh Lakshmi!
aus »Zu Staub gebrannt«

सुरंग के अंत में
Am Ende des Tunnels
Wir ringen nach Luft, die Abgase kratzen in Hals und Lunge. Da lässt sich etwas von den Einheimischen abschauen, die Tücher vor Nase und Augen halten. Die Lektion hätte ich gern vorher und nicht am praktischen Beispiel gelernt. Woher jetzt ein Tuch nehmen? Ich zieh mir das Shirt über die Nase, kneife die Augen zu. Halte durch, mein Freund, flüstere ich dem Motor zu. Mit den falschen Grübeleien am Platz darf innerlich Panik aufkommen.
»Was, wenn unser Scheinwerfer ausgeht?«
»Ruhig Blut. Dann folgen wir den Rücklichtern.«
»Und wenn er vergessen hat zu tanken?«
»Mach dir nicht ins Hemd! Der ist doch nicht blöd, fährt die Strecke jeden Tag.«
»Und wenn es jetzt eine Panne gibt, es muss nicht einmal unser Fahrzeug sein?«
»Was-wenn-wenn-wenn! Halt die Klappe!«
Ich halte die Klappe und nach einem tiefen Zug durch den salzigen Baumwollfilter den Atem an. Für drei Kilometer wird mein Tank nicht reichen. Gedanklich stolpere ich im Stockdunkeln durch einen Auspuff. Wo bin ich, in der Mitte? In welcher Richtung ist es kürzer, vor oder zurück? Die neuen Fragen machen es auch nicht besser. Ich kann nicht mehr, ziehe Nebenluft.
Statt endgültig in Panik zu verfallen, sitze ich neben mir und betrachte mich von der Seite, überlege, warum ich nicht in Panik verfalle. Weil täglich tausende Leute luftanhaltend durch diesen Tunnel fahren, du Weichei!
aus Kapitel »Am Ende des Tunnels«


Dal-See Srinagar, Kaschmir
जंगल में प्रवेश करें
In Dschungel stechen
Dem etwa sechs Meter langen, schweren Holznachen liegt neben einer aufgeschnittenen Plastikflasche zum Wasserschöpfen ein Paddel mit eigenartigem Blattende bei. Die Herzform gibt Rätsel auf. Zur Belustigung der Einheimischen kreisen wir einige Male um die eigene Achse. Nach und nach schauen wir uns die Technik ab, die Richtung zu halten, ohne mit dem Paddel ständig die Seite wechseln zu müssen. Der Trick ist ein gewisser, dem Durchziehen folgender Schlenker. Dabei sollte das Herz im bestimmten Winkel zur Fahrspur stehen. Allgemeingut: Das Herz sollte immer in einem rechten Winkel stehen. Wir stechen in See. Die Kalimantan ist an einer Insel vertäut, die wir zum Auftakt umrunden. Boote liegen Rumpf an Rumpf, flankiert von Bäumen am Ufer. Das Land ist überwuchert und scheint selbst zu schwimmen, fester Boden ist nicht zu erkennen. Womöglich trägt die geschlossene Kette aus geschnitzten Pontons das Land in ihrer Mitte. Die Insel erweist sich als Teil einer im Landeinschnitt liegenden Gruppe. Bereit für Abenteuer verlassen wir unsere Bucht.
Sind wir vom bisher Gesehenen beeindruckt, macht die Fahrt um die nächste Biegung die Größe des Dalsees erst deutlich. Er weitet sich, seitlich von Bergen überragt, in die Ferne. Ein Ende ist nicht auszumachen. Einmündungen locken, die sich nicht selten als unpassierbar erweisen. Fast zugewachsene, beidseitig von Hausbooten gesäumte Kanäle führen in Bereiche, wo Wasser und Pflanzen eins werden und in Symbiose leben. Da sind prachtvolle Sackgassen zu erkunden, in denen wir nicht weit kommen, dafür die Gedanken vorausfahren. Wir haben Grünfilter vor den Augen. Im verzweigten Wasserstraßennetz müssen wir aufpassen, unser Domizil wiederzufinden. Wieder zurück erwähnt unser Vermieter, der Srinagar-Leh-Highway wäre wegen eines Erdrutsches gesperrt. Es kam im Fernsehen. Wunderbar! Wir verlängern sofort. Da bleibt keine Wahl. Selbst wenn der Nachrichtensprecher oder Zeitungsverleger sein fünfter Bruder wäre, egal. Hier müssen wir noch bleiben.
Auszug »In Dschungel stechen«

Dal-See, Srinagar, Kaschmir

»ہاپَتَس تہِ ہاپَتَس لَڈائے، تہِ گاشَس جان لای«
»Hāpatas tē hāpatas la dāy, tē gāshas jān lōy.«
»Wenn zwei Bären miteinander kämpfen, leidet das Gras unter ihren Füßen.«
Kaschmirisches Sprichwort
Der Adler und die Schlange oder Messing und Gold
Durch die Augen eines Adlers
seh in die einer Schlange
Ich bin alt
und es ist leer im Bauch
etwas schwach
doch nah bin ich ja auch
Also stoß herab
ein Stein, Geschoss
auf ihren hochgereckten Kopf
Noch dreißig Meter über ihr
des toten Vaters Bild in mir
sagt mir völlig ungewollt
»Im Alter Messing schnell mal Gold.«
Und aus der Schlange schwarzen Augen
kann nicht wenden
kann’s nicht glauben
glüht eine Ladung Schrot
Ich, der Adler
sofort tot
Juni ‘95 Srinagar, Kaschmir
यात्रा योजना के देवता को श्रद्धांजलि
Tribut an den Gott der Reiseplanung
Die Handvoll Touristen steht ratlos, bis auch sie losstürzen und die Preise hochtreiben. Vielmehr belegt unsere Konkurrenz die letzten Quartiere, wir wetzen hin und her und kommen nicht zum Feilschen, da alle Unterkünfte bereits belegt, vielmehr nicht zu finden sind. Schnell wird es dunkel. Und kalt. Keine Bleibe. Ein zwielichtiger Typ winkt uns, ihm zu folgen. Er hätte da etwas für 100 Rupien. 100 Rupien? Das liegt am oberen Ende der bisherigen Spanne für Übernachtungen. Um den Reiz seines Angebots zu unterstreichen, hat er Regenschauer bestellt, die es in sich haben. Wir stecken in der Klemme, müssen für einen Schuppen, welcher unverkennbar als Benzin- und Öllager dient, einen hotelwürdigen Preis berappen. Die Not des anderen zur eigenen Tugend ummünzen, wer will es ihm verdenken? Die Bretterbude misst keine zwei mal drei Meter und hat weder Fenster noch Betten. Er zieht zwei vergammelte Matratzen in Kinderbettgröße zurecht, ermahnt uns, nicht mit den Schuhen auf sie zu treten, und macht sich aus dem Staub. Meine Taschenlampe weigert sich, alles auszuleuchten. Die Tür erweist sich selbst ohne nähere Betrachtung als Hühnergatter, bei dem das Federvieh des Morgens zwingend auf Vollzähligkeit überprüft werden sollte.
Auszug »Tribut an den Gott
der Reiseplanung«
Kinder beim Brennholz holen, Somamarg. Kaschmir
पहाड़ी हाथियों पर सवार पागल महावतों की
Von irren Mahuts auf Berg-Elefanten
Wir sitzen eindeutig im selben Fahrzeug. Das könnte selbst ein Blinder feststellen. Die gerichtsfeste Identifizierung erfolgt durch Musikkassette. Gegeißelte können sich an jedes Folterinstrument erinnern. Wir starten mit altbekannten Hits. Leider hat der Fahrer nicht zur erhofften ruhigen Version von vorgestern gegriffen, ich bin mir inzwischen sicher, dass es sich bei dieser um Filmmusik handelt. Ist nicht alles Filmmusik? Die Kolonne quält sich Richtung Pass. Wir erreichen den Kontrollpunkt zum zweiten Mal. Mehrere Dutzend LKW haben sich aufgestaut. Sollte es mit der Durchfahrt klappen, liegen reichlich 300 Kilometer Schotterpiste inklusive Übernachtung vor uns, bis wir morgen in Leh eintreffen werden. Aus zwei Tagen Anreise sind mit dem Erdrutsch vier geworden. Sämtliche Insassen müssen erneut zum Checkpoint. Das ist verständlich und keineswegs Schikane. Durch Hunger, Kälte, Verzögerungen und Warterei kann der gemeine Tourist schnell zum Terroristen werden. Um Missverständnissen aus dem Weg zu gehen, gilt es, bei der Face-to-Face-Kontrolle die Gesichtszüge zu entspannen.
aus »Von irren Mahuts
auf Berg-Elefanten«

एक छिपकर सवार हुए यात्री के साथ सपनों की यात्रा
Traumreise mit blindem Passagier
Unsere Augen gehen über von dieser einzigartigen Landschaft. Zeitweise ist dann kein Schlaf zu finden. Mein Magen lässt sich stundenlang einlullen, meldet nun kontinuierlich schlechte Stimmung an. Dann knallt es unter uns. Poltern dringt aus dem Radkasten. Ein blinder Passagier bittet mit Hammerschlägen um Rast? Gott vergelt's ihm, welcher auch immer. Ich werde dem Retter das Ticket spendieren. Aber das sind nur wohlwollende Millisekunden. Der Bus bricht aus, der Fahrer kämpft, versucht mit aller Kraft, die Spur zu halten. Ich kann nicht mehr hinsehen. Die Kiste schlingert, hält trudelnd. Mir brennt sich ein neues Bild für immer ein. In meinen sich vorsichtig öffnenden Augen erscheint eine Frau, die gerade vorsichtig die Augen öffnet. Und lächelt.
aus »Traumreise mit blindem Passagier«

Auf dem Srinagar-Leh-Highway
जानकारीपूर्ण से लेकर कौतूहल जगाने वाले तक –
मोबाइल तीर्थस्थल
Von Wissenswert bis kurios - Mobile Schreine
Der noch »nackte« LKW kommt ohne Kabine, nur mit Sitzen, aus dem Werk und wird umgehend für den Aufbau und Feinschliff zu den ‚Truck Coaches‘ genannten Karosseriewerkstätten verfrachtet. Die Verkleidungen werden komplett von Hand bemalt. Die Bleche lackiert man gern in leuchtenden Neonfarben, die oft einen nationalen oder religiösen Hintergrund haben. Florale Muster, Vögel (oft Tauben, Pfaue), Porträts von Bollywood-Stars oder Nationalhelden zieren die Front. Die Fahrerkabinen bestehen aus geschnitzten Aufbauten aus Teak oder Himalaya-Zeder. Der Innenraum wird mit Brokat und Samt ausgekleidet, die Pracht leuchten Lichterketten aus. Schildermaler setzen Wünsche des Kunden in Ölfarbe um und verweisen stolz auf ihre Werkstatt. Chrom blitzt in den Augen, Kettengehänge und Metallplättchen reichen bis zum Boden und klimpern bei jeder Berührung und Bodenwelle. Heiligenbilder und religiöse Sprüche bringen Glück und segnen die Fahrt auf gefährlichen Wegen. Zu guter Letzt muss das Gesamtkunstwerk vor Neid geschützt werden. Böse Geister lauern. Hässliches muss her, um Nazar, den bösen Blick, zu bannen. Etwas Unansehnliches bewahrt das Schöne. Schutzsymbole sollen vom Glanz und vom Fahrer ablenken. Die Tour könnte sonst schnell im Straßengraben oder in einer Schlucht enden. Die Farbe Schwarz hilft religionsübergreifend gegen das Böse. Sie zieht negative Energie an wie ein Magnet und absorbiert sie. Schwarze Kordeln baumeln, schwarze Tücher und zerrissene Lumpen flattern an den Seitenspiegeln im Wind. Bannsprüche stoßen ab. Abhilfe bringt auch ein an der Stoßstange baumelnder ...
Auszug aus dem Anhang: Glossar, Rückblicke, Karten u. m.

TATA-Truck
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Hast du auch schon einmal jahrelang von etwas geträumt und nicht mehr daran geglaubt? Wenn man hinschmeißt, um für ein Jahr ins Ungewisse zu reisen, ist da kein Plan, was danach kommen könnte. Das hehre Ziel lautet andere Kulturen, Menschen und Orte kennenzulernen.
Aber ebenso, inoffiziell und im Hinterstübchen – sich selbst.


